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Wir stempeln unsere eigenen Lieder:
Spiel doch mal Blockflöte!
Wege zu einem freinetischen Musikunterricht (14) Von Gerd Haehnel
(aus “Fragen und Versuche”, Heft 99/02)
Über meine Begegnungen mit Grundschul-Musiklehrern - initiiert über den AOL-Verlag - sind drei Veröffentlichungen für den Musikunterricht in der Grundschule entstanden, die in hohem Maße Ansprüchen der
Freinet-Pädagogik entsprechen, und die ich in den nächsten Folgen meiner kleinen Serie vorstellen möchte. Beginnen möchte ich mit:
Peter Hafen: Spiel doch mal Blockflöte. Ein Lehrgang für Anfänger/innen. Mit Tabulaturstempel und CD. AOL Verlag Lichtenau 2001 (Das Material ist
leider vergriffen. Sie können sich aber an den Autor wenden: Peter Hafen, Franz-Speth-Str. 17, 88353 Kisslegg, Tel. 07563/2669, peter.hafen@t-online.de .)
Der Autor stellt zunächst fest, dass in der Grundschule, abgesehen vom Singen, eher wenig aktiv musiziert wird: Die Anschaffung der dafür notwendigen
Melodieinstrumente (z.B. Xylophone) ist zu teuer, und viele „Kollegen, die zum Musikunterricht ‚verdonnert’ werden, sind nicht vom Fach und spielen selbst kein Instrument.“ (S. 2)
Mit dem Material von Peter Hafen können auch fachfremd unterrichtende KollegInnen ohne langwierige Vorbereitungen sofort mit ihren Schüler/innen in das
Flötenspiel einsteigen: Blockflöten aus Kunststoff sind dabei eine preiswerte Alternative! Einige Beispiele zur ausgefeilten und beeindruckenden Methodik von Peter Hafen:
- Er führt zunächst die musikalischen Grundbegriffe Rhythmus und Melodie mit Hilfe des allen Kindern bekannten Liedes „Alle meine Entchen“ ein. Die
Hörbeispiele hierzu sowie über 40 weitere finden sich auf der dazugehörigen Musik-CD.
- Besonderen Wert legt er auf die saubere Erarbeitung des Rhythmus, da dies für das Zusammenspiel der Kinder eine entscheidende Voraussetzung ist. Dem dienen einerseits die von ihm entwickelten Rhythmus
-Wendekarten sowie eine modifizierte Form der bekannten Kodaly-Methode: z.B. rhythmisches Sprechen der Silben von Tiernamen usw.
- Mit den Melodie-Wendekarten werden die Flötengriffe trainiert. Unendlich viele Möglichkeiten bietet der Tabulaturstempel, der eine Blockflöte abbildet
, deren Löcher leer sind und je nach Note ausgemalt werden können.
- Die über 20 Kinderlieder (in Notenform, mit Texten und Flötengriffen und auf der CD) „sind so aufgebaut, dass neben dem Erlernen der Spieltechnik
nach und nach auch Musikwissen vermittelt wird“ (S. 6): Musiktheorie durch aktives Musizieren!
- Die Arbeitsvorlagen „Wir erforschen unsere Blockflöte“ ermöglichen Freiarbeit; die vielen motivierenden Illustrationen sind zur farblichen Ausgestaltung durch die Kinder gedacht und ermöglichen einen
binnendifferenzierten Unterricht. Schließlich gibt es noch Übungsformen und Spiele für einen lebendigen Unterricht.
Apropos Freier Ausdruck, dem Thema dieser FuV: Was könnte freinetischer sein, als es den Kindern zu ermöglichen, ganz ohne Notenlehre, ihre eigenen Lieder zu
erfinden, um dann die Melodien mit einem Stempel (natürlich in besserer Qualität als hier abgebildet) zum Nachspielen zu drucken? Übrigens: Die beiden
gestempelten Liedanfänge links und rechts, jeweils von oben nach unten zu spielen, müssten eigentlich noch von so manchem Freinettreffen in Erinnerung sein ...
Weiterführende Links:
- zu ”Spiel doch mal Blockflöte!”:
- zum Klassenmusizieren mit der Tin Whistle (siehe dort unter Bühne - Instrumental)
Übrigens, so weit ist der Weg von der Blockflöte zum Saxophon gar nicht!
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