Gerd Haehnel: Ein Bühnenrundgang durch die Gesamtschule Süd in Essen
Wie entsteht aus einer renovierungsbedürftigen Pausenhalle in Zeiten leerer Kassen eine professionelle Aula mit ausgeklügelter Aufführungstechnik? Diese Frage möchte ich beantworten, indem ich Ihnen einen
virtuellen Bühnenrundgang an der Gesamtschule Süd in Essen anbiete. Beginnen wir mit den Anfängen:
Die Gesamtschule Süd verfügt, integriert in die Pausenhalle, über eine Bühne, die früher für jedermann zugänglich war und in den Pausen von den Schüler/innen immer wieder als Toberaum bzw. ideale Möglichkeit zum
Versteckspiel zweckentfremdet wurde. Aufgrund der baulichen Situation war dies auch durch eine sorgfältige Aufsicht kaum zu verhindern. Entsprechend desolat war der Zustand der Bühne: heruntergerissene Vorhänge, ein
vermülltes Klavier usw. Mit der Einführung des musischen Hauptfaches “Darstellen und Gestalten” entstand die Idee, die Bühne wieder stärker und sachgerechter zu nutzen.
Für die erste große Aufführung trennten wir mit Hilfe eines transportablen Bauzaunes (siehe unten) die Bühne von der Pausenhalle ab und verdunkelten mit geeigneter Selbstklebefolie aus dem gewerblichen Bereich die
zahlreichen Fenster, so dass Schattenspiele und Schwarzlichttänze möglich wurden. Dies war zwar eine sehr provisorische Lösung, aber in Zeiten leerer Kassen die einzig denkbare! Die Schüler/innen nahmen dies mit
Humor: Außen am Bauzaun klebten plötzlich Schilder wie “Füttern verboten!” und uns wurden während der Proben, die ja bei vollem Pausenhallenbetrieb abliefen, Bananen durchgereicht: Wir kamen uns
tatsächlich vor wie die Tiere in einem Zoo.
Aber: Die Aufführung war ein großer Erfolg, und so entstand die Idee, aus dem Provisorium etwas Dauerhaftes zu machen. Dazu waren viele pfiffige Ideen nötig, wie mit Hilfe von Eigenleistungen Geld zu sparen sei, ein
Engagement, das wiederum den Schulträger zu weiteren Aktivitäten motivierte. Ein besonderer Dank gilt hier zunächst der Schulleiterin, I. Lachner, und dem stellvertretenden Schulleiter, W. Georg.
Bei dem folgenden Bühnenrundgang möchte ich mich nun auf den Bereich beschränken, für den ich, G. Haehnel, als Koordinator des musisch-ästhetischen Bereiches an der Gesamtschule Süd zuständig war: die
Erstellung eines Bühnen- und Aufführungskonzeptes mit entsprechender Beleuchtungs- und Bühnentechnik. (Die Konzeption für die Tontechnik wurde von meinem Kollegen F. Hendus erstellt.)
Dieses Bühnenkonzept entstand zusammen mit Chr. Sierau, dem ich auch die meisten Fotos sowie die Pläne und die Computeranimationen dieses Rundganges verdanke. Er begleitete als einer meiner ersten Schüler
viele meiner Aufführungen und vereint in seiner Person jahrelange Erfahrungen schulischer Aufführungspraxis mit dem professionellen Know How eines Beleuchtungsmeisters, der u.a. am Theater an der Ruhr, im Aalto
Theater sowie in der Phiharmonie Essen tätig war. Diese Verbindung der Kenntnis von alltäglichen schulischen Notwendigkeiten und Grenzen mit dem Wissen um professionelle Bühnenmöglichkeiten in der Person von Chr.
Sierau betrachte ich als Glücksfall. Von daher empfehle ich Ihnen seine Hompage http://www.beleuchtung-an-schulen.de wärmstens.
Ein besonderer Dank für das große Engagement und die vielen kreativen Ideen gilt last but not least den KollegInnen der Fachkonferenz Darstellen und Gestalten an der Gesamtschule Süd, die regelmäßig an den
Aufführungen beteiligt sind und ohne die all das hier nicht denkbar gewesen wäre: G. Bartels-Tomaszewski, Chr. Decker, P. de Castro, A. Fillies, S. Höfler, W.O. Jeung, H. Kensy-Rinas und K. Schmidt.
Schauen Sie sich zunächst aber das Forum während der Umbauphase an: Links außen sieht man schon eine neue Eingangstür, die Maurerarbeiten sind also bereits abgeschlossen. Diese Baumaßnahmen waren natürlich die
Grundlage für alle weiteren Aktivitäten und zeigen in beeindruckender Weise, wie weit man gelangen kann, wenn schulische Eigenaktivität sowie das Engagement von Wirtschaftsbetrieben und öffentlicher Verwaltung
zusammen kommen, ein sehr komplexer Prozeß, bei dem von schulischer Seite die Kollegen U. Seifert und G. Reidt federführend waren.
Beginnen wir nach so viel Vorinformation nun aber endlich den Bühnenrundgang!

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