Musik und Computer

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Inhalte dieser Seite: Der Musikcomputer - eine Einführung; Unser kostenloser Weg zu Musikcomputern; Links zu Musik & Computer

Der folgende Artikel stammt aus: Fragen und Versuche, Heft 69/1994 S. 64-71 und ist angesichts der Schnellebigkeit unserer Computerwelt daher natürlich nicht mehr auf dem neuesten Stand. Da er allerdings die Entwicklung dieses Mediums skizziert und in die Grundlagen, vor allem auch der Notation am Musikcomputer thematisiert, mag er für Menschen, die sich noch nicht damit auskennen, als Einführung immer noch interessant sein.

Der Musikcomputer - eine Einführung
(von Gerd Haehnel)

Nastätten 1984 und die Folgen...

Meine Gedanken schweifen zurück nach Nastätten, zum Pfingsttreffen 1984, in eines der kleinen Ferienhäuschen: Dort konnte ich ... meine ersten Computer-Erfahrungen machen. Schon zu einem vergleichsweise sehr frühen Zeitpunkt wurde in der Freinet-Bewegung engagiert über die Vor- und Nachteile der Computerentwicklung in der Pädagogik diskutiert. Und in diesem Zusammenhang hatte ich auch meine ersten Computer-Frust-Erlebnisse, als mir nämlich das halbe Schattenbuch "abstürzte" - zum Glück hatte ich es vorher ausdrucken lassen...

Inzwischen ist die Entwicklung rasant vorangeschritten, und der Computer hat auch im Bereich der Musik Grundlegendes verändert: So wird ein Großteil heutiger Popmusik auf Musik-Computern-Systemen hergestellt, und die Geräte klingen mittlerweile so perfekt, dass auch ein geschultes Ohr die Künstlichkeit kaum mehr heraushören kann. Wenn etwa der Schlagzeug-Sound aufgrund seiner rechnerischen Perfektion zu steril wird, betätigt man einfach die Taste "human-touch": Dann rechnet ein Zufallsgenerator kleinste Fehler in das Stück, und schon klingt es nicht mehr nach Maschine! Oder man beobachte doch einmal ganz genau, wie der Alleinunterhalter beim Straßenfest seine Musik erzeugt und was beim Jazz- und Rockkonzert neben den Instrumenten sonst noch so alles auf der Bühne steht...

Musikalische Chancen für alle!

Man mag solche Entwicklungen beklagen, man kann sie sich in der Schule aber auch zunutze machen: Wenn im Rahmen des ganz normalen zweistündigen Musikunterrichts der Klassen 5 und 6 an unserer Gesamtschule alle 180 Kinder eines Jahrgangs gelernt haben, Schlagzeug zu spielen, wenn ich den SchülerInnen meiner Klasse 6, von denen keiner ein Instrument konnte, ihren Lieblingswunsch erfüllen kann - den Popsong "What is love" beim Schulfest vollständig selbst zu spielen, dann haben mir die Möglichkeiten des Musikcomputers bei meiner Unterrichtsvorbereitung entscheidend dabei geholfen...

Von A(TARI) bis D(OS)

Die Computer von ATARI galten lange Zeit als die Musikcomputer, was seinen Grund in zwei kleinen fünfpoligen Steckbuchsen hat, die man auch MIDI-Schnittstelle nennt, und mit denen diese Computer als einzige serienmäßig ausgestattet waren. Es sind dies ähnliche Buchsen, wie man sie früher, etwa bei der Stereoanlage, zur Tonübertragung benutzte. Mit zwei Kabeln lässt sich nun der Computer ganz einfach mit einem entsprechend ausgestatteten "midifähigen" Keyboard (oder einem anderem elektronischen Klangerzeuger) verbinden. Nun können also über den Computer an das Keyboard Informationen übertragen und damit Klänge erzeugt werden. Umgekehrt kann man aber auch auf dem Keyboard spielen und dies im Computer speichern bzw. weiterverarbeiten lassen - bis hin zum Notenausdruck.

Damit ist im Prinzip schon die ganze Technik beschrieben: Die MIDI-Schnittstellen, führten jedenfalls dazu, dass die wichtigsten Musikprogramme für ATARI geschrieben wurden. (MIDI ist eine Abkürzung für Musical Instrument Digital Interface, also: Digitale Schnittstelle für Musikinstrumente.) Inzwischen kann man aber auch andere Computer preisgünstig mit einer MIDI-Schnittstelle erweitern, und die guten Musikprogramme gibt es mittlerweile auch für MS-DOS und Apple-Computer, so dass man nicht mehr einen bestimmten Computertyp als Musikcomputer empfehlen kann.

Welche Möglichkeiten bietet nun ein solches Musikcomputer-System?

Notenlernen mit dem Musikcomputer

Wer seine musiktheoretischen Kenntnisse entwickeln oder auffrischen möchte, hat mit einem Musikcomputer ideale Möglichkeiten:

- Man bekommt beispielsweise auf dem Bildschirm eine bestimmte Note oder einen Rhythmus angezeigt, spielt das entsprechend auf dem Keyboard nach (oder meinetwegen auch auf einem MIDI-Saxophon, einer MIDI-Gitarre, singt es durch ein MIDI-Mikrophon usw.) und erhält die Rückmeldung, ob es richtig oder falsch war.

- So ähnlich lässt sich auch die Gehörbildung schulen (Erkennen von Intervallen, Akkorden, Tonleitern und Rhythmen) bis hin zur Vorbereitung der Aufnahmeprüfung an Musikhochschulen.

Notenschreiben mit dem Musikcomputer

[...]

Wie erstellt man nun einen Song? [Ich möchte das kurz am Beispiel des “Canon” (nach Pachelbel) beschreiben. Ein Notenbeispiel - nur mit den Melodien und dem Bass - finden Sie hier.]

  • Die Melodien und den Bass habe ich auf der Tastatur des Keyboards "step by step" eingegeben, also nicht im Originaltempo, sondern unregelmässig nacheinander, was deshalb arbeitsökonomisch sinnvoll war, weil die Notenwerte ("halbe Noten") sich nicht verändern.
  • Die Begleitung habe ich ebenfalls auf dem Keyboard eingespielt, diesmal aber in Echtzeit ("Realtime"). Dabei gibt mir ein Metronom das (von mir gewählte) Tempo vor, und wenn ich nun die Begleitung spiele, wird der Wechsel zwischen Pausen und Achtelnoten automatisch berücksichtigt.
  • Ein paar kleine Fehler habe ich dann nicht mit dem Keyboard, sondern mit der Maus ausgebessert.
  • Vielleicht habe ich in meiner Klasse SchülerInnen, die Gitarre spielen können: Deshalb habe ich die Begleitung und den Bass in neue Systeme kopiert und dann in Gitarren- bzw. E-Basstabulatur umrechnen lassen.
  • Den Bass habe ich mir außerdem auch im Violinschlüssel schreiben lassen, weil die meisten SchülerInnen den Bassschlüssel wahrscheinlich nicht werden lesen können.
  • Damit man sieht, wie einfach sich das spielen lässt, nämlich immer einen Finger nach dem anderen - und zurück, habe ich den Fingersatz unter die Melodie 1 geschrieben. (In der gleichen Weise hätte ich auch einen Text darunter schreiben können.)
  • Zur Kontrolle habe ich dann alles über das Keyboard abspielen lassen, um noch eventuelle Fehler herauszuhören. (Ich hätte dabei auch ganz einfach eine Übekassette für die Kinder erstellen können, in langsamen Tempo, eine tolle Möglichkeit zum Mit-nach-Hause-nehmen, um selbständig üben zu können.)
  • Schließlich habe ich mir das Ganze ausdrucken lassen.
  • Damit war eigentlich meine normale Unterrichtsvorbereitung nach einer halben Stunde erledigt. ...

Ich arbeite mittlerweile natürlich ziemlich routiniert. Wenn man mit dem Programm anfängt, dauert es sicher länger, Umwege und Irrtümer eingeschlossen. Ich finde das Ergebnis aber doch lohnend, vor allem wenn die Arrangements komplizierter werden. ...

Arrangieren mit dem Musikcomputer

Wenn man wie ich versucht, den traditionellen Musikunterricht immer stärker durch einen Unterricht zu ersetzen, der das Interesse der SchülerInnen und einen handelnden Umgang mit Musik, sprich das Selberspielen von selbstgewählten Stücken, in den Mittelpunkt stellt, dann gerät man zwangsläufig in die Situation, dass die SchülerInnen ihren Lieblinsghit nachspielen wollen. Das schülergerechte Arrangieren ist wesentlich leichter, wenn man Noten von einem Stück hat und sich nicht alles von der CD herunterhören muss. Allerdings habe ich regelmäßig die Erfahrung gemacht, dass es Noten oft gar nicht gibt.

Was es hingegen gibt, ist der eben schon erwähnte boomende Alleinunterhaltermarkt mit einem ebenfalls boomenden "Zubehörhandel". "Zubehör" - das sind in diesem Fall 3.5 Zoll Disketten (also das mittlerweile gängige Computerformat) mit digital abgespeicherten Songs. ... Diese lassen sich nun nicht nur, von der Zuhörerschaft weitgehend unbemerkt, alleinunterhaltermässig bei einem Polterabend abspielen, sondern auch als sogenannter Standard Midi File (Vergl. Links unten auf der Seite.) in das Notendruckprogramm laden, so dass man auf diese Art und Weise eine komplette Partitur erhält, die man schülergerecht (herunter-) arrangieren kann. Wenn man zum Beispiel weiß, dass der Bass keine schnelleren als Achtelnoten enthalten darf, weil er sonst für SchülerInnen unspielbar wird, kann man das über eine sogenannte Quantisierungsfunktion einstellen. Das beste dabei: Ich kann ich mir mein Arrangement immer wieder anhören, hörend Alternativen entwickeln, vergleichen usw.

Das Arrangieren mit dem Musikcomputer ist allerdings nicht so einfach wie der Notendruck ...

Für den Einsatz von Musikcomputern gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, vor allem im Bereich der Musikproduktion ...

Wie wir die Musik aus dem Computer holten...

Angefangen hatte alles beim vorletzten Schulfest, als die SchülerInnen im Stile eine "Mini-Playback-Show" das Stück "What is love" von Haddaway aufführten. Als dann zu Beginn der 6. Klasse mein Vorschlag kam, das Stück doch einfach mal selber zu spielen, gab es begeisterte, aber auch ungläubige Gesichter: "Das können wir doch gar nicht!" Mit meinem Musikcomputerarrangement im Hintergrund war ich da optimistischer. (Leider kann ich es hier aus Urheberrechts-Gründen nicht

abdrucken, wie man sich als LehrerIn in diesem Bereich überhaupt über die entsprechenden Rechte (Vergl. Links unten auf der Seite.) informieren sollte. ...

Da das Stück sehr rhythmisch aufgebaut ist, war klar: Wir alle brauchten eine Ausbildung zum "Klassenschlagzeuger", die von allen auch erfolgreich absolviert wurde. Es folgte eine Ausbildung zum "Klassenkeyboarder", (vergl. hierzu das Medienpaket “Die Klassenmusiker”) und dann begannen wir mit dem Einstudieren des Stückes. Dabei passierte wieder einmal all das, was mich seit Jahren am Musizieren in der Schule so fasziniert: Viele Kinder entwickelten plötzlich Fähigkeiten, die man ihnen eigentlich nie zugetraut hätte, manche wollten nun die Instrumente oder den Gesang "richtig" an der Musikschule erlernen, intensive Konzentration war auch in der 8. Stunde nur ein geringes Problem, unsere so schwierige, weil teilweise gänzlich strukturlose Klasse, begann, freiwillig und gerne, sich auf das Natürliche des musikalischen Rhythmus einzulassen. (Wir hatten wirklich große Probleme mit der Klasse, und ich kann ohne jeden Zweifel sagen, dass mir diese Form des Musikunterrichts enorm dabei geholfen hat, mit den Kindern grundlegende und unerlässliche Sozialisationserfahrungen nachzuholen: Musik als Lebenshilfe!)

Unser erstes Schattenspiel mit Live-Musik!

Mit Hilfe einer Kollegin studierten wir dann in der Projektwoche noch ein Menschenschattenspiel ... [Es trägt den Titel “Wie wir die Musik aus dem Computer holten” und wird zur Live-Musik von “What is love” gespielt. Eine genaue Beschreibung findet sich in unserem Medienpaket “Wir spielen mit unseren Schatten” (S. 112) auf meiner Seite zum target="_blank"Menschenschattenspiel.]

Die Demokratisierung des Musizierens

Es ging mir in diesem Artikel vor allem darum zu zeigen, wie sehr das Musizieren von konkreten Stücken in der Schule durch die technische Weiterentwicklung erleichtert und letztendlich demokratisiert werden kann, wobei mir sehr wichtig ist, dass die Technik sich nicht verselbständigt, sondern eine Brücke bildet auf dem Weg vom spontanen, oft zufälligen und eher geräuschhaften Musizieren, das ich immer noch für sinnvoll, aber doch auch für begrenzt halte, hin zur zielgerichteten, konkreten Realisation von Stücken, die nach Möglichkeit von den SchülerInnen ausgesucht worden sind ...

Nur für Musiklehrer?

Zu dem gesamten Komplex biete ich (immer mal wieder) Ateliers bei Freinettreffen an, aber seit einiger Zeit auch eine regelmäßige Fortbildung über den Regierungspräsidenten Düsseldorf. ...

Diese ist bewusst auch für fachfremd unterrichtende, nicht ausgebildete (Musik-)lehrerInnen konzipiert. Außerdem geht sie von der ganz normalen, auch unausgestatteten Situation des Klassenunterrichtes aus: Wer grundlegende Notenkenntnisse (die man sich erwerben kann, siehe hier) und Grundfertigkeiten auf einem Instrument hat, kann sich bei entsprechendem Interesse auch in das Musizieren mit Klassen hineinfinden - eine höchst lohnenswerte Angelegenheit!

 

 

Der folgende Artikel von Gerd Haehnel erschien in der Zeitschrift Praxis des Musikunterrichts im Lugert Verlag (November 1999, Heft 60, S. 42-45). Auch wenn er zunehmend veraltet, wird er Bestandteil dieser Seite bleiben, und zwar aus:

  • nostalgischen Gründen: Wer je mit dem Atari gearbeitet hat, wird das verstehen!
  • Gründen einer möglichen Übertragbarkeit auf aktuelle Computersysteme (vergl. dazu auch die Links unten auf der Seite).
Vorbemerkung zum folgenden Artikel: Mittlerweile ist es gelungen, den Atari-Musikcomputerraum, wiederum kostenlos, mit Windows 98 Rechnern zu bestücken. Dies erfordert den Abschied von einigen lieb gewordenen Programmen wie etwa Kandinsky (s.u.), obwohl wir diesbezüglich noch mit einer Atari-Emulation experimentieren. Andererseits kommen neue Möglichkeiten hinzu, etwa der Einsatz von Multimediaprogrammen (z.B. Opera Fatal von Klett - toll!) oder auch das Projizieren einer spielenden Keyboardtastatur (zum Mitüben für die Schüler im Keyboardraum) per Beamer, vergl. hierzu links in der Navigation “Notdendruck Software”.

Unser kostenloser Weg zu Musikcomputern!

Neben den beiden normalen Computerräumen des EDV-Fachbereiches ein eigener Musikcomputerraum des Fachbereiches Musik? Das gibt es seit kurzem an der Gesamtschule Süd in Essen, und er wird von den Schülerinnen und Schülern begeistert angenommen: Notenlehre macht plötzlich viel mehr Spaß. Man wird zum Komponisten eines eigenen Stückes und kann es sich abspielen lassen. Vielleicht arrangiert man aber auch etwas für die eigene Band. Das Beste daran: die mittlerweile 15 Rechner haben wir kostenlos erhalten, und vielleicht können von unseren Erfahrungen auch andere Schulen profitieren, so lange man noch alte Ataris findet...

Am Anfang stand zunächst die Überlegung, dass bis vor ein paar Jahren der Atari-Computer der Musikcomputer war, ob in Tonstudios, bei Live-Musikern oder sonstwo. Das lag daran, dass nur bei diesem Computersystem die sogenannte MIDI-Schnittstelle von vornherein fest eingebaut war, die es ermöglicht, per Kabel z.B. einen Computer mit einem Keyboard zu verbinden und es dann zum Klingen zu bringen. So wurde jahrelang ein Großteil der Musikcomputerprogramme hauptsächlich für diesen Rechner erstellt. 1996 schreiben Klaus Dieter Keusgen und Peter Bursch in ihrem Buch „Home Recording“ (Voggenreiter Verlag): „Noch heute ist der Atari 1040 ein professionelles Werkzeug, mit dem noch viele Musiker und Produzenten arbeiten.“ (S. 55) Und wenn bei einer Fortbildung zum Bereich Musikcomputer die Frage entbrennt, welches System denn das richtige sei, so hört man von Profis schnell den Tip: „Schmeiß auf keinen Fall deinen alten Atari weg, den kannst du noch für so vieles brauchen...“ Was also für Profis immer noch nutzbar ist, sollte auch für die Schule sinnvoll einsetzbar sein – das zeigen jedenfalls unsere Erfahrungen!

Der Atari war aber nicht nur der Musikcomputer, er war neben anderen auch ein beliebter Spielecomputer. Als solcher ist er mittlerweile mit seinem Schwarzweiß-Bildschirm hoffnunglos veraltet und wartet in Kellern oder auf Dachböden auf seine endgültige Entsorgung. Alles, was mein Kollege Frank Hendus von der Gesamtschule Süd und ich nun noch zu machen brauchten, war DM 2.10 in Kopien zu investieren, diese beim Elternsprechtag auszuhängen und so um das Spenden von Atari-Computern gegen eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung vom Förderverein zu bitten. Der Rest ging dann fast von alleine: Die immerhin circa 1000 SchülerInnen und 90 KollegInnen unserer Schule haben Verwandte und Bekannte, und die wiederum haben Keller und Dachböden...

Angeregt durch die empfehlenswerte Klassenlektüre (im Deutschunterricht) des Buches „Level 4 – Die Stadt der Kinder“ von Andreas Schlüter (dtv junior 70459) haben wir die Benutzung unseres Musikcomputerraumes an den Ablauf eines Computerspiels angelehnt: Wenn man eine Aufgabe erfüllt hat, erhält man für seinen Musikcomputerausweis eine Wertmarke und damit die Berechtigung, in das nächste Level aufzusteigen, also z.B. mit einem anderen Programm zu arbeiten. Und so sieht unsere Planung bezüglich der zu bearbeitenden Aufgaben aus (in Klammern die dabei verwendeten Programme bzw. Materialien):

  • Bearbeiten der Karten 1-43 (aus der Selbstlernkartei „Endlich Noten lernen!“)
  • Beherrschen der Notennamen von c1-c3 bei einer maximalen Fehlerquote von 5% (C-Dur)
  • Zuordnung von Noten zu den entsprechenden Keyboardtasten (Vom Blatt)
  • Schreiben und Ausdrucken eines Freien Textes zum Thema Musik (Textverarbeitungsprogramm)
  • Notation, Ausdruck sowie Spielen (auf dem Keyboard) eines selbst gewählten Lieblingsliedes nach Absprache mit dem Lehrer (Score Perfect Professional)
  • Erstellen, Verklanglichung, Ausdruck und Aufnahme einer „musikalischen Graphik“ (Kandinsky Music Painter)
  • Durcharbeiten des SPP-Lehrganges mit dem Ziel der Erstellung einer Partitur (Klavier, Gesang, Alt-Saxophon) zu „Greensleaves“ (Score Perfect Professional)
  • Internetrecherche (in vorgegebenen Suchmaschinen) und Herunterladen zweier Stücke aus den „Bildern einer Ausstellung“ von Mussorgsky (im für Musikcomputer lesbaren Format „Standard Midi File“) sowie der dazugehörigen Bilder; Abspielen und kurzer schriftlicher Eindruck zur Übereinstimmung von Musik und Bild (Score Perfect Professional; Textverarbeitungsprogramm)
  • Erstellung einer Schülerpartitur sowie eines Übemix (aus einem Standard Midi File [...] nach Absprache mit dem Lehrer) (Score Perfect Professional)
  • Erstellung eines Begleitarrangements (Playbackversion) zu einem selbstgewählten Lied (aus dem Bestand der Musikraumbücherei) und Vorsingen bzw. Erstellung einer entsprechenden Kassettenaufnahme (=Gruppenarbeit) (Band-in-a-box)
  • Internetrecherche und Herunterladen des eigenen Lieblingssongs (Standard Midi File) sowie Anfertigen eines eigenen Remix (Cubase)
  • Beantworten zahlreicher Fragen aus Musikgeschichte und -theorie im virtuellen Opernhaus mit dem Ziel, die verschwundenen Noten für die Premierenaufführung wiederzufinden (Opera Fatal)
  • Vorbereitung auf den theoretischen Teil der Aufnahmeprüfung für das Musikstudium (Aura)

Bis auf die Internetrecherche und die Multimediaanwendung „Opera Fatal“, für die wir eine Zusammenarbeit mit den beiden Computerräumen des EDV-Fachbereiches anstreben, lassen sich alle Aufgaben mit den Ataris lösen. Teilweise reicht dazu sogar der interne Soundchip, teilweise benötigt man zur Klangerzeugung aber auch ein angeschlossenes MIDI-Keyboard. Vor allem die Arbeit mit Cubase soll dann die Voraussetzung dafür bieten, sich später auch mit den Möglichkeiten des Harddisc-Recording (natürlich nicht mehr auf dem Atari) auseinanderzusetzen.

Einerseits ist der Musikcomputerraum im Klassenverband nutzbar, andererseits haben wir ihn eingebunden in unser musikalisches Freiarbeitskonzept, ein offenes Angebot, das wir „Mittagsmusik“ nennen. (Nähere Informationen dazu finden sich auf der Homepage unserer Schule.) Dass bis zu 80 Schüler/innen dann an ihren Instrumenten üben können, sich gegenseitig Unterricht erteilen, Schattentheater spielen, mit der Notenlernkartei arbeiten, mit ihrer Band proben und gleichzeitig selbständig mit dem Musikcomputer arbeiten können, liegt auch an der problemlosen und damit schülerfreundlichen Benutzbarkeit des Atari-Computers: beim Atari ist das Betriebssystem sozusagen als Hardware fest in den Computer eingelötet, deshalb kann man durch eine falsche Bedienung nicht viel kaputt machen, und die Absturzgefahr ist viel geringer als beim PC.

Die Computerarbeitsplätze haben wir an den Wand- und Fensterflächen in einen ansonsten normal zu benutzenden Musikraum integriert. Unser besonderer Dank gilt dabei der engagierten Unterstützung durch die Schulleitung. Vor allem das geschickte Raumkonzept - unsere drei Musikräume liegen nebeneinander – ermöglicht völlig neue Arbeits- und Differenzierungsformen in einem fachübergreifend orientierten Musikunterricht: Nicht selten passiert es beispielsweise, dass zwei Klassen je zur Hälfte den Musikcomputerraum gemeinsam benutzen, während die anderen Schüler/innen im Keyboardraum mit Kopfhörern an einem neuen Stück üben.

Zur Arbeitsbelastung für uns KollegInnen lässt sich folgendes sagens: Man hat keinerlei Probleme mit Konfiguration, Vernetzung oder sonstiger Installation der Computer, ganz im Gegenteil! Die Ataris sind so einfach aufzubauen, dass man schnell ein paar Schüler/innen angelernt hat. Mehr Mühe kostet es, für die Arbeit im Musikcomputerraum ein auf die Schule zugeschnittenes Konzept mit dem entsprechenden Musikprogramm-Angebot zu erstellen: Im normalen Verkauf sind nicht mehr alle Programme erhältlich; deshalb [...] sind sicher eine entsprechende Internetrecherche sowie das Annoncieren in Zeitschriften sinnvoll. Andererseits: wenn die Vorarbeit einmal geleistet ist und genug Schüler/innen als Helfer eingearbeitet sind, gelangt man zu einem ausgesprochen befriedigenden und auch unter Belastungsgesichtspunkten akzeptablen Unterricht.

Wenn man den Kindern dann noch klar macht, dass die Kugeln aus den Computermäusen als Murmeln eher ungeeignet sind, kann eigentlich fast gar nichts mehr passieren...

Links zu Musik & Computer

  • Shareware und Freeware Programme zum Runterladen finden Sie hier: Vielleicht lässt sich damit das oben dargestellte Atari-Konzept auf den PC übertragen? Für entsprechende Hinweise wäre ich dankbar.
  • Christian Gerner beispielsweise weist auf das Shareware-Programm Easy-Music hin, ein Computerprogramm zum Herunterladen, mit dem man Musiknoten im Violin- und Bassschlüssel lernen kann.
  • Score Perfect Professional heißt das Notenprogramm, mit dem wir für die Schule sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Dass der Programmautor Klaus Kleinbrahm selber Musiklehrer ist, dass er weiß, was in der Schule gebraucht wird und dass er sich erfolgreich um sehr leichte Bedienbarkeit bemüht hat, fällt bei dem Programm immer wieder wohltuend auf.
  • Die Anne Frank Gesamtschule in Moers bietet ein alternatives Konzept zum Einsatz des Musikcomputers im Musikunterricht, nämlich mit einem zentralen Lehrercomputer.
  • Thomas Bach bietet auf seiner Seite eine Einführung in den Bereich Musik und Computer sowie Hinweise zu verschiedenen Programmen.
  • Suchmaschinen zu Midifiles sowie eine Übersicht über Einsatzmöglichkeiten des Musikcomputers findet man auf dieser Seite der Anne Frank Gesamtschule in Moers. Die Midifiles kann man zum Beispiel in Notationsprogramme laden und dann (in unterschiedlicher Qualität) als Noten weiterbearbeiten und ausdrucken (bitte
  • Die GEMA Bestimmungen (bzw. entsprechende gesetzliche Regelungen) müssen Sie dabei bitte beachten.
  • Bei Winfried Benner finden Sie im Score Perfect Professional Format Musikstücke für den Unterricht zum Herunterladen.
  • Der Lugert Verlag bietet weitere Software zum Herunterladen.
  • Das Mozarteum in Salzburg bietet voraussichtlich ab Oktober 2002 zwei berufsbegleitende Universitätslehrgänge auf dem Gebiet der neuen Medien in der Musikpädagogik an.